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11.04.2008
Den Naziaufmarsch am 12.4.2008 in Stolberg
verhindern!
Stolberg darf keine Pilgerstätte
für Neonazis werden
In Stolberg bei Aachen stieß am 4. April. 2008 eine Gruppe, in
der sich Neonazis befanden, welche zu diesem Zeitpunkt von einer NPD
Veranstaltung kamen, auf eine andere Gruppe, in der sich Migranten
befanden. Zwischen diesen Gruppen kam es zu einer körperlichen
Auseinandersetzung, in deren Zuge ein Mensch aus ersterer Gruppe
erstochen wurde. Diese Auseinandersetzung wird nun von der extremen
Rechten dazu genutzt, rassistische Pogromstimmung zu schüren. Seit
dem Wochenende versuchen sie, ihre rassistische Gewalt offensiv mit
dem Tod des jungen Mannes zu legitimieren. Der rassistische Hass
entlud sich auf einer spontanen Demonstration der Neonaziszene
NRW’s letzten Samstag (05.04.08) in Stolberg. An migrantischen
Einrichtungen skandierten Neonazis Parolen wie: „Kein Vergeben,
kein Vergessen, Türken haben Namen und Adressen“. Gleichzeitig
stellen sich Neonazis als Opfer dar. Sie zeichnen ein Bild ständiger
Verfolgung „der Deutschen“, der NationalistInnen durch
MigrantInnen und Linke, gedeckt durch Medien und Politik. So wollen
sie ihren Rassismus rechtfertigen und eine Spaltung der Gesellschaft
in zwei kulturelle Blöcke bewirken, die sich feindlich gegenüberstehen.
Längst wird der Tote instrumentalisiert und sein Tod zum Mythos
erklärt, so gilt er der bundesdeutschen Neonazi-Szene als
‚Soldat, im Kampf ermordet’, als ‚Märtyrer für die
national(sozialistisch)e Sache’. Was die Neonazi-Szene gerade
versucht, ist ein symbolisches Datum, ein Großereignis zu
konstruieren, mit dem bundes- wenn nicht europaweit ein Anlass zum
Aufmarschieren geschaffen werden kann. Die Szene selbst zieht
bereits einen Vergleich mit dem schwedischen Salem, in dem im Jahr
2000 ein Neonazi bei einer Auseinandersetzung mit MigrantInnen
starb. Seitdem findet dort jährlich einer der größten NS-Aufmärsche
Europas statt. Da es neonazistischen Organisationen anfangs gelang,
ihren Aufmarsch als einen Trauermarsch darzustellen, hat die Öffentlichkeit
nicht reagiert. Auch in diesen Tagen wird von Nazi-Kreisen
rassistische Propaganda als Trauerarbeit verkauft. Aus dem in U-Haft
Sitzenden, wird mal ein Syrer, mal ein Libanese, mal ein Türke,
Russe, allemal ein ‚Ausländer’. In der näheren Umgebung des
Tatortes haben die Nazis ein metergroßes Hakenkreuz geschmiert. Aus
Trauer, versteht sich. Längst hat der Hamburger Christian Worch
einer der führenden deutschen Neonazis, Blut geleckt und sich in
die Debatte eingeschaltet. Fast freudig wird diese Situation
umgedeutet und als „deutsche Normalität“ verkauft. Verkauft als
‚Beweis’ für einen ‚Kampf der Kulturen’, der unablässig
von der politisch Rechten propagiert und geschürt wird. Für
kommenden Samstag, den 12.4, rufen AG Rheinland und Worch zu einer
weiteren Demonstration auf. Diese soll am Mühlener Bahnhof, also im
migrantischen Viertel Stolbergs beginnen. Am 26.04 will zudem die
NPD erneut ihre faschistoide Hetze in Stolberg auf die Strassen
tragen.
Zu schweigen, nicht Stellung zu beziehen gegen die rassistische
Hetze oder gar diese zu verharmlosen, heißt: Nazis den Raum zu überlassen,
dieses Ereignis für ihre menschenverachtende, faschistische,
vernichtende Politik zu instrumentalisieren.
Kommt am 12.4.2008 nach Stolberg, bringt FreundInnen mit, seid
viele, seid kreativ! Und solidarisch – gegen rassistische Hetze!
Keine neue jährliche Pilgerstätte für Neonazis!
Beginn der antirassistischen Demo: 10h, Olof-Palme-Friedensplatz,
Stolberg
Zugverbindungen: Gemeinsamer Treffpunkt ab Aachen: 9:20
Hauptbahnhof. Ab Köln: 8:47 Köln Hbf.
Antifaschist/innen aus Aachen
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