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Pro Münster e.V. und Pro Münsterland e.V.

 

antifaschistisch - multikulturell - integrativ

07.07.2008

Schlechte Werbung für gute Zähne

Gute Zahnbehandlung nur für Menschen "deutscher Herkunft"?

"Wenn es etwas mehr sein darf..."Im Mai ist es erhältlich: Die neuen Gelben Seiten 2008 für Münster/Warendorf. Schaut man auf den Titel, lächelt eineN eine alte Dame dunklen Teints (Man denkt sofort an eine alte Roma-Dame oder eine alte russlanddeutsche Frau) an (siehe Abbildung). Ihr Merkmal schlechte Zähne. So weit, so gut. An was denkt man da? Viele werden da auch an Armut denken! Es ist aber kein Aufruf, Armut zu bekämpfen. Nein! Es ist Werbung für eine Zahnarztpraxis in Drensteinfurt-Walstedde: "Wenn es etwas mehr sein darf..." steht da auf der Werbung neben der Abbildung. Mehr als was? Mehr als der Herr/ die Dame ZahnärztIn einer Roma oder einer Russlanddeutschen zugesteht? Was ist näher liegender?

Auf der Website diese Praxis ist unter der Rubrik "Philosophie" eben dieses Bild zu sehen: Da steht neben dem Bild geschrieben: "Unser Ziel ist es, Sie individuell zu betreuen und uns während Ihres Besuches ausschließlich um Sie zu kümmern." Das scheint wohl dann nur für Menschen "deutscher Herkunft" zu gelten. Das suggeriert zumindest das Bild im Kontext mit diesem zitierten Satz, oder nicht?

Ein Mitglied des "Bündnis Münster gegen Nazis" hat die Praxis im Mai diesen Jahres angeschrieben, sie fände es geschmacklos: "Niemand hat gerne schlechte Zähne. Schlechte Zähne sind das sichtbare Resultat fehlender Vorsorge- und Behandlungsmöglichkeiten, wie sie leider immer noch für viele Menschen Realität sind, so z. B. für Menschen aus Entwicklungsländern und Krisengebieten, für Flüchtlinge und Angehörige sozialer Randgruppen. Die traditionelle Kleidung Ihres Fotomodells, insbesondere das Kopftuch, suggeriert zudem die Zugehörigkeit zu einer der genannten Gruppen. Mit der prekären gesundheitlichen Situation dieser Menschen zu werben, empfinde ich als Gipfel der Geschmacklosigkeit." Die hauptsächlich im Internet agierende Anti-Rassismus-Organisation "Der braune Mob e.V." (http://www.derbraunemob.de) hatte sie dazu ermuntert. Bisher keine Reaktion.

"Der braune mob e.V." hat ihr indes gemailt, dass sie diesen "Aufreger" auch an den Zentralrat Deutscher Sinti und Roma und an das Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma weiterleiten werde.

Bündnis "Münster gegen Nazis"