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Pro Münster e.V. und Pro Münsterland e.V.
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02.02.2009 Diskriminierende Berichterstattung in den Westfälischen Nachrichten? Leserbrief an die WN zu „Zwölfjährige steuert Auto mit Diebesgut“ Am 24. Januar 2009 erschien in den Westfälischen Nachrichten (Ausgabe Münster) unter der Überschrift: „Zwölfjährige steuert Auto mit Diebesgut“, der beigefügte Artikel. Obwohl Autor Stefan Felten uns nichts über die Nationalität oder ethnische Zugehörigkeit der drei Mädchen sagen kann, sondern lediglich mutmaßt, diese müssten „wohl zum Umfeld der sogenannten „Kölner Klaukinder““ gehören, weist er im nächsten Absatz sofort ausdrücklich darauf hin, dass es sich bei diesen um „meist aus Rumänien stammende Kinder aus Sinti- und Romafamilien“ handele. Für das Verständnis des berichteten Vorgangs (Polizei fasst drei Jugendliche nach Diebstählen) ist dieser Hinweis ohnehin vollkommen überflüssig, und das noch einmal mehr, da der Autor, wie gesagt, offensichtlich gar nicht weiß, ob es sich in diesem konkreten Fall tatsächlich um Roma bzw. Sinti handelt. (auf das Bild klicken, um es zu vergrößern) Meines Erachtens liegt damit ein klarer Verstoß gegen das Diskriminierungsverbot des Presserates vor, besagt doch Richtlinie 12.1 des Pressekodex: „In der Berichterstattung über Straftaten wird die Zugehörigkeit der Verdächtigen oder Täter zu religiösen, ethnischen oder anderen Minderheiten nur dann erwähnt, wenn für das Verständnis des berichteten Vorgangs ein begründbarer Sachbezug besteht.“ Weiter heißt es: „Besonders ist zu beachten, dass die Erwähnung Vorurteile gegenüber Minderheiten schüren könnte.“ Tatsächlich ist die Erwähnung von Roma und Sinti in dem Artikel m. E. durchaus dazu geeignet, Vorurteile gegen diese zu schüren. Da ich nicht bereit bin, diese – m. E. offenkundige – Diskriminierung hinzunehmen, habe ich zwei Dinge getan: Erstens: Ich habe einen Leserbrief an die WN geschrieben. In seiner Erwiderung beharrt der zuständige Redakteur darauf, der Hinweis auf Sinti und Roma sei für den Sachverhalt wichtig, der Leser müsse schließlich umfassend informiert werden, und schließlich würden andere Medien auch auf diese Weise berichten. Keines dieser „Argumente“ überzeugt. Zweitens: Ich habe eine entsprechende Beschwerde an den Presserat gerichtet. Leider setzt sich dieses Gremium nur alle drei Monate zusammen, es kann also etwas dauern. Über den Ausgang des Verfahrens werde ich gerne berichten. Kerstin Jordan |