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Pro Münster e.V. und Pro Münsterland e.V.

 

antifaschistisch - multikulturell - integrativ

30.05.2009

Die Wahrheit über den sog. Anti-Islamisierungskongress

Innenansichten eines Aussteigers von pro Köln

Aus Anlass des von pro Köln/NRW als vollen Erfolg umjubelten Anti-Islamisierungskongresses ist der ehemalige pro Köln-Jugendbeauftragte Rene Emmerich aus dem Verein ausgetreten und berichtet auf einer neofaschistischen Internetplattform Insiderwissen aus der sog. Pro-Bewegung und dem Kongress-Geschehen.

Man erinnere sich [siehe  http://www.pro-muenster.info/aktuelles/ 0011_desaster.htm]: Markus Beisicht und seine Mannen und Frauen jubelten in großen Tönen. Der Kongress sei ein voller Erfolg gewesen: Über 1.000 Leute hätten die große Kundgebung in Köln besucht.

Screenshot vom 27.05.2009

[http://www.pro-nrw.org/content/view/1080/1/]

Die Wahrheit ist aber eine andere: Einhellig berichten die Medien über 150 bis max. 300 Mannen (siehe auch das obige von pro-NRW veröffentlichte Foto). 2.000 Gäste hatten Beisicht und seine Freunde im Vorfeld angekündigt. Ein großer Reinfall also.

Dies alles wird von Beisicht und Co. als "dumm-dreiste Medienlüge" abgetan (siehe Screenshot).

Emmerich erzählt nun als ehemaliger Insider die Wahrheit. Ein Verriss der sog. Bewegung auf der ganzen Linie:

"Gerade nach den Geschehnissen rund um die nur als peinlich zu bezeichnenden "Antiislamisierungskongresse" zeigte sich erneut deutlich, die Erfolg- und Hilflosigkeit, die Verlogenheit und Halbherzigkeit dieser selbsternannten ‚Bewegung'."

Die in den Medien verbreiteten Zahlen über die TeilnehmerInnenzahl bestätigt auch er:

"Euren Angaben zufolge sollen 1000 Teilnehmer auf dem letzten Kongreß dabei gewesen sein. Nach meiner großzügigen Schätzung komme ich auf nicht einmal 300 Teilnehmer, von denen der Großteil aus dem Ausland angereist war. Nach "Bürgern" suchte man auf dem gesamten "Kongreß" ebenso vergeblich..."

und verneint, dass überhaupt irgendwelche "vernünftigen politischen Ansätzen" bei der "Pro"-Bewegung gegeben seien. "Stattdessen bedient sich "Pro" mittlerweile ganz und gar der Diktion der herrschenden politischen Kaste der BRD und macht sich deren geistige Grundlagen zu eigen." Eine "Alternative zu den verbrauchten Altparteien", wie sich die "Bewegung" gerne nennt, sieht da aber anders aus. Von "der nonkonformen Bürgerbewegung" ist in Emmerichs Insider-Beschreibungen auch nichts zu spüren.

Emmerich sieht hier System walten: "Ständig werden völlig absurde Teilnehmerzahlen und sonstige Erfolge von Euch herbei gelogen ... Auch der normale Bürger kann die mehr als offensichtlichen Lügen und Luftschlößer aus Eurer Propaganda-Mottenkiste mittlerweile mit Leichtigkeit durchschauen."

Einige Beispiele nennt er:

a)

Beim letztjährigen Kongress konnte kurzzeitig ein Flugzeug mit "pro Köln"-Banner aufsteigen wurde aber bald von einem Polizeihubschrauber zur Landung gezwungen. Diesmal hatten der AStA der SpoHo Köln ein Flugzeug organisiert mit dem Banner "Ming Fründ es Ausländer" [http://www.report-k.de/content/view/19438/].

Pro Köln behauptet tatsächlich: "Zeitgleich zur Begrüßung der zahlreichen ausländischen Ehrengäste von pro Köln aus Österreich, Frankreich, Belgien, Tschechien, usw. soll ein Flugzeug über den Kundgebungsort am Samstag in Köln fliegen und ein Transparent mit der Aufschrift "Ming Fründ es Ausländer" hinter sich herziehen."

Screenshot vom 27.05.2009

[http://www.kongress.pro-nrw-online.de/content/view/395/208/]

Emmerich dazu: "Nachdem von diesem Flugzeug dieses Jahr weit und breit nichts zu sehen war und statt dessen eines mit dem Banner "Ming Fründ es Ausländer" zu sehen war, wurde von Euch todernst behauptet, es wäre eine von Euch in Szene gesetzte "Satire"…"

b)

Es wurde in den Medien von einem Neonazi mit einem T-Shirt mit den Slogan "Eure Galgen werden schon gezimmert" auf der Kundgebung berichtet. Die pro-Bewegung kolportiert später:

"Selbstverständlich war kein Mitglied oder Unterstützer der pro-Bewegung mit einem solchen widerwärtigen T-Shirt-Aufdruck auf der Samstags-Kundgebung. Vielmehr hatte einer der von der Gegenseite eingeschleusten Störer und Provokateure auf dem Barmerplatz so ein T-Shirt provokativ zur Schau getragen, bis ihm das von Ordnern der pro-Bewegung untersagt wurde."

Screenshot vom 27.05.2009

[http://www.pro-nrw.org/content/view/1080/1/]

Die Schilderungen Emmerichs zeigen ein anderes Bild:

"Geradezu widerlich ist auch die immer massiver werdende Anbiederung an Zeitgeist und System. In verschiedenen Videos und Presseberichten vom letzten Kongreß ist ein Teilnehmer mit dem Spruch "Eure Galgen werden schon gezimmert" auf seinem T-Shirt zu sehen. Bei diesem soll es sich laut Eurer Stellungnahme um einen "linken Störer" handeln, welcher Eurem "Image" schaden sollte. Aber dieser vermeintliche "Störer" und andere anwesende Nationalisten haben lauthals und mit verbaler Unterstützung von anderen Kongreß-Teilnehmern einem wirklichen linken Störer gegenüber gerufen ‚Geh doch nach Hause…'."

Genau diese Schilderung deckt sich dagegen mit den Medienbericht, die ebenso diesen Menschen dem rechtsextremen Milieu zuordneten.

Deshalb auch Emmerichs Fazit:

"Was denkt sich wohl ein Teilnehmer einer Eurer Veranstaltungen wenn er selbst gesehen hat, dass nur z.B. 30 Personen auf einer Kundgebung anwesend waren, Ihr aber einen Tag später auf euer Weltnetzseite verkündet es waren 100 oder 200? Oder ein Unterschriftensammler, der weiß, das nur 10 oder 20 Unterschriften für den Antritt zur Wahl gesammelt worden sind, in Euren Pressemeldungen aber lesen muß, es wären bereits 500 gesammelt?
Auch Euer Versuch mit einem Schwarzafrikaner im Vorstand und zur Schau getragener Israel-Freundschaft "besser" da zu stehen ist nur lächerlich, abstoßend und entspricht nicht ansatzweise den intern von Euch geäußerten Ansichten."

Und weiter:

"...es tut mir in der Seele weh, dass ich lange Zeit den Fehler begangen habe, Eure egoistischen [...] Interessen im falschen Glauben unterstützt zu haben. Ich werde die Öffentlichkeit von meinem Schritt unterrichten und hoffe, dass sich viele gutwillige aber von Euch geblendete Mitglieder und Unterstützer diesem anschließen werden. Mit Euch ist wirklich keine Veränderung möglich."

Wie gesagt: Ein Verriss eines Insiders auf ganzer Linie: TeilnehmerInnenzahlen? "Luftschlösser"! Erfolge? "Luftschlösser"! Leugnen von negativ Ereignissen? Auch "Luftschlösser"? Nein: "Offensichtliche Lügen aus [...der] Propaganda-Mottenkiste"!

Pro Münster

PS: Erste Meldung, dass es weitere Aussteiger gibt:

shortnews.de vom 27.05.2009:

"Auch zwei weitere hohe ‚Pro NRW'-Funktionäre haben wegen dem Mangel an kompetenten und professionellen Mitstreitern das Handtuch geworfen und enttäuscht den Rechtsextremisten den Rücken gekehrt."
http://www.shortnews.de/start.cfm?id=766935

PPS: Zweite Meldung: ¾ des Kreisvorstandes Mönchengladbach geben nach nicht einmal einem Monat auf!

rp-online vom 27.05.2009:

Mönchengladbach
Pro NRW tritt nicht zur Kommunalwahl an

VON KATHARINA SCHMÜLLING - zuletzt aktualisiert: 27.05.2009

Mönchengladbach (RP) Als zu Beginn des Monats die rechtspopulistische Bewegung "Pro NRW" in Mönchengladbach einen Kreisverband gründete, befürchtete so manch einer, dass sie bei der Kommunalwahl am 30. August in den Rat der Stadt einziehen könnte. Jetzt ist klar: Die Partei, die wegen des Verdachts rechtsextremer Betätigung unter Beobachtung des nordrhein-westfälischen Verfassungsschutzes steht, tritt zur Kommunalwahl nicht an. Gestern gab die stellvertretende Kreisvorsitzende, Renate Willms, durch ihren Pressesprecher Arwed Gahlen bekannt, dass sie ihre Funktionen bei "Pro NRW" sowohl in Gladbach, im Bezirksvorstand Rheinland als auch als Mitglied im Gesamtvorstand komplett niederlegt habe.

Kapitel noch nicht abgeschlossen

"Auch der bisherige Kreisvorsitzende, Hubert Döring, und die Kreisschatzmeisterin Elisabeth Emschermann sind aus Pro NRW ausgetreten", sagte Gahlen. "Frau Willms hält einen Antritt für Gladbach für die Kommunalwahl für verfrüht und für nicht sinnvoll", begründete Arwed Gahlen diesen Schritt auf Nachfrage unserer Zeitung. Nach Ansicht von Willms setze erfolgreiche Kommunalpolitik eine sachkundige und professionelle Kernmannschaft voraus. Dies sei bei "Pro NRW" in Gladbach nicht im erforderlichen Umfang gegeben. Noch vor einigen Wochen formulierte "Pro NRW" Mönchengladbach ihre klassischen Ziele wie stärkere Polizeipräsenz für mehr Sicherheit, Sprachkurse auch für Migranten und Kampf gegen Korruption. Aber auch zu lokalpolitischen Themen wie dem Pahlkebad, zur Einkaufsgalerie oder dem Theater kündigte die Bürgerbewegung Stellungnahmen an.

http://www.rp-online.de/public/article/moenchengladbach/713168/
Pro-NRW-tritt-nicht-zur-Kommunalwahl-an.html

Damit hat es pro NRW geschafft, dass ¾ des Kreisvorstandes Mönchengladbach nach nicht einmal einem Monat aufgegeben hat! Hier der Beitrag von pro NRW von Ende April zu den Wahlen. Es ergibt sich hieraus, dass ¾ des Vorstandes zurückgetreten sind:

"Es schlossen sich dann die Wahlen des neuen Kreisvorstandes an. Unter der Leitung des pro-NRW-Geschäftsführers Bernd Schöppe wählte die Versammlung Hubert Döring zum ersten Kreisvorsitzenden des neuen Kreisverbandes. Ihm zur Seite wurde als stellvertretende Vorsitzende Renate Willms gewählt, die dem pro-NRW-Landesvorstand bereits als Beisitzerin angehört. Zur Schatzmeisterin wählte die Versammlung Elisabeth Emschermann, Manfred Jessen komplettiert den Vorstand als Beisitzer."

Screenshot vom 27.05.2009

[http://www.pro-nrw-online.de/content/view/1054/254/]

PPS: Zur noch nicht bestätigten Methodik von pro NRW:

Neue Rhein Zeitung vom 18.05.2009:

Parteien Anzeige: Pro NRW soll Wähler getäuscht haben
NRZ, 18.05.2009, Theo Schumacher

Düsseldorf. Die Staatsanwaltschaft Düsseldorf ermittelt gegen einen Politiker von Pro NRW wegen des Verdachts der Wählertäuschung. Ein Mitglied des Pro-NRW-Landesvorstands soll sich als städtischer Mitarbeiter ausgegeben haben, um sich die Unterstützung der Wähler zu erschleichen.

[...]

http://www.derwesten.de/nachrichten/nrz/2009/5/18/
news-120020460/detail.html

Screenshots vom 27.05.2009.