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Pro Münster e.V. und Pro Münsterland e.V.

 

antifaschistisch - multikulturell - integrativ

04.07.2009

Abwanderungsbestrebungen: Berger verlässt pro NRW

Neues aus dem Leben von pro NRW

Uwe Berger, jetzt ehemaliger Kreisvorsitzender Düsseldorf-Mettmann hat pro NRW verlassen!

Jüngst war direkt nach dem pro-NRW-Parteitag in Gelsenkirchen am 14. Juni auf seiner Website für pro Düsseldorf-Mettmann zu lesen, dass er zum "untersten Befehlsempfänger" degradiert worden sei, er sich "zudem auch noch von eigenen Parteikollegen öffentlich bis tief ins Persönlichste hinein beschimpfen und beleidigen lassen musste" und deshalb zurückgetreten sei. Er habe sich standhaft geweigert, "mit 'Schnapsleichen' über politische Optionen zu sprechen, oder mit Leuten, die sich nicht sehr weit über das Jahr 1933 hinaus entwickelt haben", hieß es dort. 

Berger selbst stellte einen Tag später klar, dass dies ein Hackerangriff gewesen sei (siehe auch: "pro NRW": Nicht eitel Sonnenschein? - "blick nach rechts" berichtet von "heftigen Konflikten" beim Landesparteitag von "pro NRW").

Nun  ist es doch so weit. Berger ist bei den Pros ausgetreten.

Am 2. Juli 2009 war nun unter www.pro-nrw-patriot.de zu lesen:

"Liebe Mitstreiter, Sympathisanten, Unterstützer und künftige Freunde!

Sie haben sich schon lange gefragt, warum denn ausgerechnet in der Landeshauptstadt Düsseldorf keine Wahlmannschaft zur Verfügung steht?

Weder hat das ein "fauler Berger" zu verantworten, noch lag es je in meiner Hand, die Gründe sind nämlich viel profaner!

Der nämlich wird künftig mit einer eigenen Formation Zeit, Arbeit und Fleiß investieren!"

Austritt Uwe Berger

Quelle: www.pro-nrw-patriot.de am 2. Juli 2009

Austritt also!

Seine Begründung:

"Was ich hier jetzt wiedergebe, ist weder Schlammschlacht, noch Vorwurf oder gar persönlicher Angriff. Ich gebe schlicht meine Eindrücke wieder, die ich in den letzten 25 Monaten in einer Partei gesammelt habe, die ich längere Zeit für die einzig sinnvolle Alternative zur etablierten Politik betrachtete. Ich behaupte einfach mal, ich kann es mir leisten, darüber zu urteilen."

Quelle: dito.

[...]

"Dass ich das hier jetzt so schreibe, dafür mussten schon einige "dicke Klopper" passieren. Das weiß jeder, der mich kennt und einschätzen kann!

Dass meine Tage in der pro Bewegung gezählt sind, ich mich längst innerlich verabschiedet habe, haben viele bereits geahnt und ebenso viele sprachen mich insbesondere in den letzten Wochen an, um die Gründe für meine "schweigsame" Stimmung zu erfahren und um mich zum Bleiben zu überreden, weil sie bereits ahnten, was passieren wird. Nicht erst seit dem letzten Parteitag übrigens, den ich unter Protest verließ ob der Ereignisse und Entscheidungen, die für mein Empfinden nur noch marginal mit demokratischen Strukturen vergleichbar sind. 113 "Delegierte" waren übrigens lediglich anwesend, nicht über 200 und auch dafür hätte man sich nicht schämen müssen. Schließlich existiert die Partei erst seit September 2007 und trotz erbittertem Widerstand der etablierten Politik nebst wassertragenden Medien. Die ständigen Übertreibungen sind aber nur das kleinere Übel gewesen.

Das Kapitel "pro NRW" hat sich mit dem heutigen Tag erledigt, weil ich mit den Umgangsformen und dem dort herrschenden Menschenbild nicht mehr einverstanden bin, weil ich auch weiterhin morgens meinem Spiegelbild ohne Schamgefühl begegnen möchte und weil ich geordnete Arbeit gewohnt bin. Statt dessen reihte sich eine Zusage an die andere und ein Versprechen folgte dem nächsten, um all das wenige Tage später wieder zu revidieren. Alles natürlich in konspirativen Gesprächen ohne Zeugen und ohne schriftliche Dokumentation, damit hinterher niemand mehr nachweisen konnte, was so alles zugesagt wurde. So mancher fühlte sich trotzdem dadurch noch motivierter, legte - salopp gesagt - noch einen Zahn zu und opferte noch mehr Freizeit, weil er vertraute und an die maßgeblichen Leute glaubte."

Quelle: dito.

Also: pro NRW stellt sich als Alternative dar - rechts-demokratisch und integer. Das hört sich beim Berger aber anders an: Keine demokratischen Strukturen, keine Umgangsformen, ungehaltene Versprechen. Das hört sich nicht nach der rechts-demokratischen, integeren, nicht korrupten Alternative an, wie sich pro NRW immer darstellt.

Aber weiter im Text von Berger:

"Ganz besonders wenig kann ich aber mit Menschen anfangen, die über ihre eigenen Worte nicht hinauskommen, sich selbst vor jeder Arbeitsleistung drücken, mit Forderungen aber immer an vorderster Front dabei sind. So wie meine einstigen Mitstreiter im Kreisverband eben, die ihren eigenen Worten nach so unendlich viele Leute motivieren und "die Kreativabteilung" übernehmen wollten, am Ende aber in dubiosen Foren endeten, wo sie Menschen bis tief ins Persönlichste hinein beleidigen, beschimpfen, verhöhnen und verspotten. Den Kreisverband aufgebaut haben letztlich zwei Menschen, ab und zu unterstützt von einem Maulhelden, der eine merkwürdige Einschätzung seiner eigenen Person für die einzige Wahrheit hält. Der andere (in Foren als 'Eisenkrieger' bekannt) kam nicht einmal so weit sondern beließ es bei "schlauen Empfehlungen" am Kneipentisch."

Quelle: dito.

Jüngst behauptete pro NRW, dass sie sich ja doch immer schnell von Personen trennen würden, die  gegen die "demokratische Integrität von pro NRW" stehen würden (siehe auch "Politische Irrlichter waren ebenso unter den Unterstützern wie Rechtsextremisten" - Der Kölner Stadtanzeiger zum Personal bei pro NRW). Obiges Zitat von Berger zeigt jedoch, dass weitere, wenn auch "nachrangige" Rechtsextremisten, weiterhin bei pro NRW aktiv sind. Was soll sonst diese Aussage. Die "dubiosen Foren", in denen sich ein "Eisenkrieger" tummelt, können doch nur faschistische Foren sein, oder?

Am 3. Juli stand nun auf besagter Website und das fast diesen Vorgang zusammen:

"Ich habe in einer Partei nichts verloren,

  • in der Menschen geködert werden, um Höchstleistungen zu vollbringen und entsorgt oder aufs Abstellgleis geschoben werden, wenn sie ihren eigenen Kopf, ihre eigene Meinung und eigenen Willen behalten wollen,
  • in der es lediglich ein Thema gibt, das immer und immer wieder neu mit anderen Worten aufgekocht wird,
  • in der sich zunehmend Menschen einfinden, die sich von ihrer Vergangenheit nicht oder nicht ausreichend distanziert haben,
  • in der Organisationseinheiten willkürlich aufgelöst werden ohne erkennbaren Sinn1,
  • in der eine programmatische Diskussion nicht stattfindet respektive nicht stattfinden darf,
  • in der Flügelbildungen konsequent verhindert werden, die elementar überlebenswichtig für eine demokratische Partei sind,
  • in der ich meine innersten Überzeugungen aufgeben müsste, um weiter Mitglied der Gruppe zu bleiben!"

Berger plant nun (Stand: 3. Juli 2009) die Gruppierung:  Programm sozialer Patrioten Deutschlands. Süß, oder?

1 Gemein ist die Auflösung des Bezirksverbandes Rheinland, der durch den auf den gelsenkichner Parteitag neu gegründeten Bezirksverband Mittelrhein ersetzt wurde.