Logo Pro Münster

Pro Münster e.V. und Pro Münsterland e.V.

 

antifaschistisch - multikulturell - integrativ

14.08.2009

Abtrünniger Kandidat 

Freier Kamerad für pro Köln

Wie der Kölner Stadtanzeiger meldet, kandidiert Rene Emmerich, ehemaliger Bezirksjugendbeauftragter für das Rheinland von pro NRW, für pro Köln im Stadtteil Klettenberg. Emmerich war im Mai bei den Pros ausgetreten und zu den neofaschistischen Freien Kräften Köln um den Kölner Neonazi Axel Reitz und sog. "Hitler von Köln" gewechselt. 

Zeit genug also, die Kandidatur von Emmerich zurückzuziehen. Nun könnte man meinen, dass pro Köln den Überblick verloren und einfach vergessen hatte, diese Kandidatur zurückzuziehen. Der Fall des "Kandidaten wider Willen" lässt aber anderes vermuten. Die Kandidatur wurde bewusst aufrecht erhalten. 

Aber auch dazu gibt es nach dem Bericht des KStA widersprüchliche Aussagen: 

  1. Die Kandidatenliste wurde erst am 13. Juli geschlossen;
  2. Beisicht gegenüber dem KStA: "Emmerichs Wahl im Herbst 2008 sei korrekt verlaufen, deshalb rechtlich nicht zu beanstanden und zudem sei der Kandidat 'nicht bereit' gewesen 'zurückzutreten'. 
  3. Emmerich gegenüber dem KStA: "Nicht bereit gewesen? 'Danach bin ich nie gefragt worden", sagt Emmerich."

Damals, nach dem öffentlichen Austritt Emmerichs aus pro NRW, spielte pro-Chef Beisicht die Rolle des ehemaligen Bezirksjugendbeauftragten herunter: Er kenne ihn kaum und Emmerich habe aktiv keine Rolle gespielt. Diese Aussage wiederholt er nun im KStA und versteift sich dort zu der Behauptung, "Emmerich sei in die Partei eingeschleust worden".

Wie der KStA dagegen berichtet, sei Emmerich Praktikant der kölner Stadtratsfraktion gewesen und im Jahre 2005 dort "zeitweise "täglich ein- und ausgegangen'". Und weiter wird Emmerich wie folgt zitiert: "Wenn Herr Beisicht sagt, er kenne mich kaum, dann lügt er".

Wie der KStA weiter berichtet, habe "der Pro-Köln-Kandidat [Emmerich] selber [..] auf Anfrage [erklärt], er habe 'überhaupt kein Problem damit, Neonazi genannt zu werden.' Schließlich habe er seit Jahren, auch während seiner Zeit in der Pro-Bewegung, 'kein Hehl' aus seiner Gesinnung gemacht."

http://www.ksta.de/html/artikel/1246883782544.shtml