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Pro Münster e.V. und Pro Münsterland e.V.

 

antifaschistisch - multikulturell - integrativ

30.01.2010

Weiße Flecken oder weiße Mäuse?

Pro-NRW-Landkarte sieht anders aus als die übliche NRW-Karte

Wie Pro-NRW vermeldet, seien die "letzten 'weiße Flecken' auf der pro-NRW-Landkarte geschlossen" worden. Wieder einmal suggerieren die Rechtspopulisten von Pro NRW mehr, als sie halten können.

Landkarte geschlossen?

Zwar kann pro NRW im Rheinland und Ruhrgebiet einige Kandidaten aufweisen.

Dagegen sind im Regierungsbezirk Münster die Herren und Damen in gerade einmal 8 von 19 Wahlkreisen mit Direktkandidaten vertreten. Vier der fünf Wahlkreise in Recklinghausen sowie die beiden Gelsenkirchener Wahlkreisen wurden von „pro“ besetzt. Ergänzend jüngst die beiden Münsteraner Wahlkreise.

In Ostwestfalen und im Regierungsbezirk Arnsberg sieht es noch düsterer aus: In Ostwestfalen wurden bisher nur vier Direktkandidaten aufgestellt (insgesamt 15 Wahlkreise): Kandidaturen gibt es in beiden Wahlkreisen im Kreis Minden-Lübbecke und zwei Kandidaturen im Kreis Lippe. Auch in Arnsberg gibt es auch nur 4 von möglichen 26 Kandidaten.

Unbekannte Gesichter in Münster

Entgegen allen Unkenrufen konnten die Pro'ler aber nun doch in Münster Kandidaten aufstellen: 

Im Norden (Münster I) solle ein Her Klaus Opus antreten, wie nun pro NRW vermeldete. Er solle zugleich für den Bezirksverband Münsterland "den Aufbau weiterer Strukturen vorantreiben“. Im Süden (Münster II) soll ein Herr Manfred Eckstein für die Rechtspopulisten auf Stimmenfang gehen. Nach Angaben von „pro NRW“ sei er Oberstudienrat a.D.

Bekannt sind die beiden Herren im politischen Münster nicht. Das scheint auch kein Wunder zu sein. Das Telefonbuch von Münster listet die beiden Herren zumindest nicht auf.

Personendecke - Was man so munkelt

Mit der Personaldecke sieht es also NRW-weit mau aus. Jedenfalls munkelt man, dass manch Kandidatenkür bei pro NRW so aussah, dass wohl bei den wenigen Anwesenden verlautbart wurde, dass zumindest für ein paar Tage ein, zwei Anwesende pro NRW beitreten sollten, damit eine gültige Kandidatenliste aufgestellt werden könne.

Finanzen gedeckt?

Dagegen scheinen die Finanzen inzwischen wieder gedeckt zu sein. Jüngst wurde bekannt, dass der finanzstarke deutschstämmige Schwede Patrik Brinkmann der pro-Bewegung beigetreten sei und diese finanziell unterstützen wolle. Im Rheinland wolle er gar für pro NRW ein Haus kaufen, um dort ein Zentrum für angebliche „Opfer der Islamisierung“ zu gründen.

Brinkmann scheint dringend ein neues Betätigungsfeld in Deutschland zu suchen. Zunächst versuchte er es mit der NPD, später wollte er der DVU aus der Finanzklemme helfen. Aber bald hatte er schon beide wieder abgeschrieben. In der kränkelnden DVU sah er einfach den sinkenden Dampfer verloren und wechselte in das Rettungsboot pro NRW.

In seiner Heimat machte Brinkmann vor allem mit Steuerverfahren und Konkursen Schlagzeilen. In der europäischen neofaschistischen Szene wurde Brinkmann durch seine schwedische Stiftung "Kontinent Europa" bekannt.

Zuvor hatte es noch geheißen, dass pro NRW dringend Spenden in Höhe von über 33.750 € brauche.

Das hatte einen einfachen Hintergrund: Pro Köln hatte nach den Kommunalwahlen in NRW etliche ihrer Wahlplakate nicht abgehängt. Für  1.350 durch die Stadtverwaltung Köln abgehängte Wahlplakate hatte die Verwaltung an pro Köln eine Rechnung über besagte 33.750 € geschickt.

Der Aufstand im Wasserglas war groß: Kölns Oberbürgermeister Jürgen Roters führe einen „finanziellen Frontalangriff auf pro Köln“, er habe sich „die Vernichtung einer unbequemen Opposition“ zum Ziel gesetzt und wolle die „unbeugsame“ Gruppierung „für immer zum Schweigen“ bringen. Man wolle vor Gericht ziehen und gewinnen. Der gelernte Rechtsanwalt sollte aber eigentlich wissen, dass in diesem Fall alles mit rechten Dingen zugegangen ist.

Man werde „diesen hinterhältigen Anschlag auf die Demokratie in Köln mithilfe unserer tausenden Mitglieder und Unterstützer abzuwehren wissen“. Warum diese „tausenden von Mitgliedern und Unterstützern“ diese 1.350 Plakate nicht gleich nach den Wahlen wieder abgehängt haben, bleibt dabei ein Rätsel. Vielleicht gibt es sie ja gar nicht?